Konzeption

Ein Auszug der Konzeption zu unserer Pädagogischen Arbeit mit den Kindern.

4. Pädagogische Arbeit der Kindertagesstätte

    4.1 Grundlagen unserer pädagogischen Arbeit

        4.1.1 Unser Bild vom Kind

        4.1.2 Unsere Grundhaltung

        4.1.3 Ziele unserer Arbeit

    4.2 Unser Bildungsverständnis

        4.2.1 Sprache

        4.2.2 Natur und kulturelle Umwelten

        4.2.3 Bewegung

        4.2.4 Das Spiel

        4.2.5 Kinder stark machen – Salutogenese

    4.3 Inklusion- Gemeinsame Erziehung

    4.4 Sprachförderung

    4.5 Betreuung unter dreijähriger Kinder

    4.6 Religiöse Erziehung

    4.7 Partizipation von Kindern

 

 

4. Pädagogische Arbeit der Kindertagesstätte

4.1. Grundlagen unserer  pädagogischen Arbeit

4.1.1. Unser Bild vom Kind


„Das Kind ist hungrig nach Leben und Aktiviät.“ Célestin Freinet
Das Kind ist ein individuelles, selbst-ständiges  Wesen. Durch sinnvolle Im-pulse im alltäglichen Tun, wird es in seiner selbstgesteuerten Entwicklung unterstützt und angeregt. Wir verstehen Kinder als Akteur der eigenen Entwicklung. Jedes Kind hat einen individuellen Zugang zur Welt. Es ist interessiert, forscht, experimentiert und erklärt sich so die Welt.
Das Kind strebt in eigener Verantwortung nach Unabhängigkeit, Selbständigkeit und Freiheit. Es findet eigene Wege des Verstehens und Lernens.


Zur Gestaltung dieser Wege benötigt es selbstbestimmten Freiraum und eine entsprechend vorbereitete Umgebung.


4.1.2. Unsere Grundhaltung

Wir begegnen dem Kind mit Achtung gegenüber seiner Einzigartigkeit, in dem wir es annehmen, ernst nehmen und respektieren. Dieses Begegnen ist geprägt von bedingungsloser Wert-schätzung jedem einzelnen gegenüber unabhängig von seiner Kultur, seinem Bildungsstand, seiner Religion...
Wir begleiten das Kind, lassen uns von seiner Ideenvielfalt leiten und geben Impulse. Dabei sind die ErzieherInnen dem Kind stets zugewandt und liebevoll.
Die Atmosphäre in der „ Kita auf dem Dorn“ ist geprägt von einem partnerschaftlichen Miteinander gegenüber Eltern und Kindern. In diesem Raum werden die Interessen der Kinder unterstützt und Orientierungen gegeben. Dabei ist Konsequenz und Verlässlichkeit die Basis unseres pädagogischen Handelns.

4.1.3. Ziele unserer Arbeit

Wir arbeiten und leben nach dem sozialpädagogischen Konzept des Situationsansatzes. Dieser sagt aus, dass das Kind nach Veränderung strebt und Weiterentwicklung sucht. Das Kind ist ein schöpferisches Wesen, das die Möglichkeit zum eigenständigen Tun benötigt.
Für das eigenständige Handeln wird eine vorbereitete Umgebung vorausgesetzt, sowie eine hohe Wertschätzung und ein Vertrauen dem Kind gegenüber als Basis gesehen. Die Erzieherin/der Erzieher entwickeln ein partnerschaftliches Verhältnis zum Kind.

Wir möchten den Kindern und ihren Familien einen hochwertigen Alltag bieten. Einen Alltag, der durch das gemeinschaftliche Miteinander die Kinder fördert und fordert. Das tägliche Miteinander soll die Familien unter-stützen und ergänzen. So entsteht ein ganzheitliches Bild vom Kind und von den Bedürfnissen der Familie. Gezielte
Unterstützung ist auf diese Weise möglich.


Sie sollen gestärkt werden, um sich in der Gesellschaft frei bewegen, ihre Meinung vertreten und konstruktiv gesellschaftliche Prozesse mitgestalten zu können. Diese Selbstständigkeit wird es den Kindern künftig ermöglichen ein glückliches, selbstbestimmtes Leben führen zu können.

 

Wir gestalten mit den Kindern ein partnerschaftliches, gleichberechtigtes Zusammensein. Das Kind ist gefordert eigene Gedanken, Wünsche, Vor-schläge und Fähigkeiten mit in den Alltag der Kindertageseinrichtung einzubringen. So trägt das Kind zur eigenen Verwirklichung bei und findet sich selbst wieder.

Für uns bedeutet dies, Aktivitäten und Stimmungen der Kinder wahrzunehmen, uns für ihre Ideen zu interessieren und sie im Begreifen der Welt zu unterstützen. Wir schaffen Lernfelder, die  der Lebenssituation der Kinder entsprechen. Da sich die Lebenssituationen in einem ständigen Wechsel befinden, sind Beobachtung und Reflexion Basiselemente unserer Arbeit. So tragen wir zur Förderung der Ich-, Sozial-, und Sachkompetenz der Kinder bei.

Ich-Kompetenz bedeutet Selbststän-digkeit, Eigeninitiative, Selbstvertrauen und -bewusstsein. Die Kinder werden befähigt, ihren Anspruch auf Selbst-bestimmung zu vertreten.

Sozialkompetenz bietet dem Kind die Möglichkeit, soziale und gesellschaftliche Sachverhalte zu erfassen, soziale Beziehungen aufzunehmen und anderen Menschen mit all ihren Eigenarten, Stärken und Schwächen angemessen zu begegnen. Es lernt Toleranz zu üben, Achtung und Verantwortung seinen Mitmenschen gegenüber zu entwickeln.

Durch Sachkompetenz erlangt das Kind ein Weltwissen und Weltverständnis. Es erlernt die Fähigkeit sich selbstständig neue Wissensgebiete zu erschließen und dann angemessen zu handeln.

Als christliche Einrichtung ist es uns wichtig, Gott für Kinder erfahrbar zu machen. Sie sollen lernen, dass sie ein von Gott bedingungslos gewolltes Kind sind. Dadurch wollen wir erreichen, dass die Kinder Vertrauen in die Zukunft  und in ein gelingendes Leben entwickeln.

All diese Ziele lassen sich nicht isoliert erreichen, sondern durch ein Lernen am und im Leben. Durch Projekte, die an den Lebenswirklichkeiten der Kinder angelehnt und von sicheren Beziehungen der Kinder untereinander sowie zwischen den Erzieherinnen / Erziehern und den Kindern getragen sind, möchten wir unsere Ziele erreichen.

4.2. Unser Bildungsverständnis
Bildung geschieht ein Leben lang. Das Kind strebt nach Weiterentwicklung, indem es sich mit sich selbst und mit Menschen und Fragen zu seinem Umfeld auseinandersetzt. Daher werden Kinder nicht gebildet, sie bilden sich selbst und das zu jeder Zeit. Um diesen Bildungsprozess zu unterstützen, sehen wir es als unsere Aufgabe, ein entsprechendes räumliches Umfeld zu gestalten und jedem Kind die Zeit einzuräumen, die es benötigt, um in seinem eigenen Tempo diese Bildungsprozesse zu erleben.
Die Erwachsenen bieten den Kindern hierzu als Grundlage eine sichere Bindung. Sie nehmen eine beobachtende Haltung ein, dokumentieren auf vielfältige Weise und reflektieren das Verhalten des Kindes in seinen Aktivitäten. Aus den Rückschlüssen entwickeln sich Projekte, die die Selbstbildungsprozesse des einzelnen Kindes unterstützen.

Die Bildungsvereinbarung des Landes NRW unterscheidet in folgende Bildungsbereiche:

1. Bewegung
2. Körper, Gesundheit und Ernährung
3. Sprache und Kommunikation
4. Soziale, kulturelle und interkulturelle  
Bildung
5. Musisch-ästhetische Bildung
6. Religion und Ethik
7.  Mathematische Bildung
8.  Naturwissenschaftlich-technische        Bildung
9.  Ökologische Bildung
10.Medien
Im Folgenden soll unsere Auslegung einiger dieser Bereiche beschrieben werden.


4.2.1. Sprache

Die Sprache eines Menschen ist sein wichtigstes Kommunikationsmittel. Wir

benötigen sie, um Gedanken auszutauschen, Erfahrungen zu machen und  um uns über Schriftsprache kognitives Wissen anzueignen.


Basale Wahrnehmung lässt hirn- organische Verknüpfungen entstehen,
die das Kind als Grundlage zum Spracherwerb benötigt. Verlässliche Bezugspersonen, die Sprache und Mimik kongruent in Verbindung setzen, sind unerlässlich. Das Kind benötigt sprachliche Vorbilder, die durch gezielte Wiederholungen und differenzierten Sprachgebrauch die Kinder in ihrem Spracherwerb unterstützen.
Es ist also unsere Aufgabe, Kinder Sprechanlässe, z.B. in Sitzkreisen, im Erzähltheater (Kamishibai), mit Liedern etc., zu bieten, das alltägliche Tun sprachlich zu begleiten sowie Sprache durch Mimik und Gestik zu unterstützen. 
Auch das Erarbeiten von Konfliktlösestrategien, das einfache Zuhören und Ausredenlassen ermutigt das Kind zum Sprechen und trägt so zum Erlernen einer differenzierten Sprache bei.

4.2.2. Natur und kulturelle 
 Umwelten

Mit diesem Thema sind alle Bereiche des menschlichen Lebens gemeint. Wir sprechen von der belebten Umgebung, den Menschen, Pflanzen, Tieren und Naturereignissen sowie von der unbelebten Umgebungen, wie Straßen, Plätze, Gebäude und Einrichtungen.

 

Wir wollen Kindern die Möglichkeit bieten, in all diesen Bereichen, eigene Erfahrungen zu machen. Durch Ausflüge verschaffen wir  ihnen Freiräume, ihre direkte Umwelt kennen zu lernen, die damit verbundenen Gefahren zu erkennen und einen sichereren Umgang mit diesen zu lernen. Waldtage ermöglichen den Kindern der Natur und den Tieren respektvoll zu begegnen. Das gemeinsame, vielfältige  Dokumentieren lässt die Kinder staunen und logische Sinnzusammenhänge erkennen. Gezielte Experimente unterstützen diesen Vorgang wesentlich.

Dieser Bereich schließt das Kennen-lernen verschiedener Kulturen ein. Durch die vielfältigen Herkunftsländer unserer Kinder lernen diese bereits früh andere Kulturen, Sitten und Rituale kennen. So entsteht ein hohes Maß an Toleranz und Akzeptanz, die wir alle benötigen, um in unserer Gesellschaft, die immer stärker von Migration geprägt ist, gemeinsam zu leben sowie unterschiedliche Lebens-wege und -weise nebeneinander und miteinander gehen zu können.

Um diesen Prozess zu unterstützen, laden wir z.B. Eltern der unter-schiedlichsten Herkunftsländer ein, sprechen über ihre Kulturen und feiern gemeinsam verschiedene Feste.

4.2.3. Bewegung

Bewegung ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Arbeit. Wir schaffen den Kindern Bewegungsmöglichkeiten, die sie benötigen, um ihre Sinne vielfältig  entwickeln zu können. Kinder brauchen Bewegung, um ihren Körper
kennen zu lernen und ein positives Körpergefühl zu entwickeln. Denn die
Körperwahrnehmung steht in einem engen Zusammenhang mit positiven und negativen Empfinden des Kindes. Durch entsprechende Reize werden hirnorganische Verknüpfungen geschaffen, die das Kind benötigt, um erfolgreich lernen zu können.
Aus diesem Grund stellen wir den Kindern hochwertige Bewegungs-materialien der zur Verfügung, die die Kinder zum Experimentieren herausfordern. Mit diesem Material können sich Kinder mit der Schwerkraft auseinander setzen sowie Bewegungsfreiheit und Selbst-vertrauen gewinnen. Durch regelmäßige Tanz- und Rhythmikangebote wird diese Entwicklung der Kinder unterstützt.

Unser teiloffenes Konzept stellt den Kindern den Turnraum und das Außengelände nicht nur zu festgelegten Zeiten zur Verfügung. Die Kinder haben jederzeit die Möglichkeit in Kleingruppen ihrem Bewegungsdrang nachzugehen und ihr Spiel entsprechend zu gestalten.

4.2.4. Das Spiel

Im Freispiel eignet sich das Kind auf fantasievolle Weise seine Umwelt an. Es setzt sich mit der Realität und mit Erlebtem auseinander, bewertet und erforscht sie. Alle Formen körperlicher Erfahrungen werden im Spiel in ein integriertes Geschehen verwandelt.
Um aus dem Spiel entsprechende Erfahrungen gewinnen zu können, braucht das Kind ausreichend Zeit und das Recht selbst mitbestimmen zu können, mit wem, wann und wo es sich aufhalten möchte. Hierzu sind offene Strukturen sowie klare Regeln notwendig, welche die Kinder kennen müssen, aber auch füllen können. Kostenloses Material, welches keine direkten Spielvorgaben macht, das vielfältige Raumangebot und der beobachtende, aber auch impuls-gebende Betreuer des Kindes unterstützten das Erleben und somit den Lernprozess des Kindes.


4.2.5. Kinder stark machen

Gesundheitsförderung durch Selbstwertstärkung


Eine der wesentlichen Voraussetzungen für die Gesundheit  unserer Kinder, ist neben der körperlichen Fitness vor allem das Zugehörigkeits- und Selbstwertgefühl. Beide Gefühle sind ohne Zweifel die wichtigsten Ressourcen für unser Wohlbefinden. Nur auf der Grundlage zwischenmenschlicher Beziehungen können sich diese Gefühle entwickeln.

Aber auch die Entstehung des Selbst-werts braucht die Resonanz durch Bezugspersonen und bestimmt einen Großteil der emotionalen Befindlichkeit des Kindes.

Es ist uns als Team ein Anliegen das positive Selbstwertgefühl und das Wohlbefinden unserer Kinder zu erhalten und zu stärken, damit sie den zukünftigen Anforderungen gewachsen sind.

Durch Themen wie:
„Selbstwertstärkende Selbstreflexion“ (Bsp.: Ich bin ich. So wie ich bin, bin ich okay!)
„Gesundheitsförderliche Interaktion und Kommunikation“ (Bsp.: Jeder ist anders. Ich akzeptiere Dich so wie du bist.)
„Körpererfahrung und Körperbe-wusstsein“ (Bsp.: In meinem Körper fühle ich mich wohl.)
„Freizeitverhalten und Gesundheit“ (Bsp.: Was kann ich tun, um gesund zu bleiben?)
„Gesunde Ernährung“ (Bsp.: Wir essen gerne gemeinsam, und am liebsten Obst und Gemüse“)

Durch diese Themenschwerpunkte können wir den Kindern helfen:
Selbstvertrauen zu entwickeln und zu stärken,
Gefühle wahrzunehmen, sie zu verstehen und zu akzeptieren,
sich selbst und die anderen akzeptieren und respektieren zu können,
sich viel zu bewegen
sich gesund zu ernähren und den Körper ausreichend mit Obst
     und Gemüse zu versorgen sowie
Konfliktsituationen zu bewältigen.

Wir verstehen also unter einer gesunden Entwicklung des Kindes, ein bewusstes Zusammenspiel von Bewegung, ausgewogener Ernährung und emotionalem Wohlbefinden. (Zum Thema gesunde Ernährung lesen sie bitte unsere spezielle Handreichung.)

 


4.3. Inklusion- Gemeinsame Erziehung


Zu Beginn unserer Einrichtung gibt es noch keine Inklusion. Inklusion ist jedoch ein Thema, welches uns beschäftigt, da wie die gemeinsame Erziehung als den richtigen Weg für alle Kinder und Erwachsenen sehen. Außerdem können wir bereits jetzt ein entsprechend qualifiziertes Team vorhalten. Sollte sich also eine entsprechende Situation ergeben, werden wir gern diesen Weg gehen, da das christliche Grundverständnis die Grundlage zur gemeinsamen Erziehung von Menschen mit und ohne Behinderung bietet.
Ohne durch Aussonderung oder Stig-matisierung in seiner Entfaltung einge-schränkt zu sein.

Die gemeinsame Erziehung in unserer Einrichtung  ermöglicht es den Kindern innerhalb ihrer Wohngegend miteinander zu leben, sich kennen zu lernen und  so eine Akzeptanz untereinander aufzubauen. Dies geschieht nicht nur auf der Ebene der Kinder, sondern durch umfangreiche Dokumentation und Offenheit, auch auf der Ebene der Erwachsenen und Familien.

4.4. Sprachförderung

Sprache ist das wichtigste Kommuni-kationsmittel (siehe 4.1.) des Menschen und ein sehr wichtiger Baustein in der sozialen Entwicklung des Menschen.

 

Die Sprachentwicklung ist sowohl ein individueller als auch ein dialogischer Bildungsprozess.

Während einer spricht, hört der andere zu. Sprachentwicklung geschieht also im Alltag, in Erzählsituationen, Bilderbuchbetrachtungen, durch korrektives Feedback sowie im Miteinander.
Um diese Entwicklung differenziert unterstützen zu können, führen wir  das „Bielefelder Screening“ (BISC) und das sich anschließende „Hören, Lauschen, Lernen“ (HLL) durch. Unterstützt werden diese Verfahren mit Hilfe der Beobachtungsbögen „SISMIK“ und „SELDAK“.

4.5. Betreuung unter
       dreijähriger Kinder

In unserer Einrichtung gibt es eine Gruppe für zwei bis sechsjährige Kinder
Diese Gruppenform ermöglicht es sechs  Familien unterdreijähriger Kinder eine gesicherte Betreuung, um so frühzeitig wieder in den Beruf einsteigen zu können. So haben bereits junge Kinder die Chance erweiterte soziale Kontakte knüpfen zu können.
Das Leben innerhalb dieser besonderen Gruppenform ist geprägt von sozialen Beziehungen, emotionaler Geborgenheit und dem Erlernen von Gruppenstrukturen und den damit verbundenen Regeln.
Die Kinder haben die Möglichkeit an verschiedenenWahrnehmungs-angeboten teilzunehmen, um sie in ihrer Körperwahrnehmung zu unterstützen und so eine Grundlage für eine positive Entwicklung zu bilden.

 

4.6. Religiöse Erziehung

Der CVJM ist ein christlicher Verein, der es als seine Aufgabe sieht, den Kindern zu ermöglichen, ein Vertrauen in Gott gibt Hoffnung. Hoffnung ist der Motor des Lebens. Sie gibt dort Sicherheit, wo rationale Erklärungen nur schwer oder gar nicht zu finden sind.
Auf manche Fragen der Kinder, z.B. beim Thema „Tod“, können wir sachliche Antworten geben, aber auch Kinder anregen, nach Antworten zu suchen, die über die sachliche Ebene hinaus gehen. Kinder fragen nach dem Sinn des Lebens, nach Anfang und Ende. Sie haben ein Recht auf religiöse Bildung.
Wir wollen ihnen von Gott erzählen, von jemandem, der sie annimmt und beschützt. Wir zeigen den Kindern also zwei verschiedene Dimensionen. Zum einen mittels wissenschaftlich orientierter Antworten, die die Kinder beim Erwerb des Weltwissens unterstützen und zum anderen die religiöse Dimension, um Vertrauen in sich, in die Umwelt und in Gott zu finden. Dieses Vertrauen ist not-wendig für Kinder, um der Welt offen begegnen zu können.


Religiöse Erziehung wird deshalb nicht nur durch gemeinsames Beten vorm Essen, monatliche Kinderkirchen und christliche Feste erlangt, sondern durch das tägliche Handeln und den Umgang mit Kindern erlebbar gemacht.


4.7 Partizipation von Kindern
Partizipation (Teilhabe/Mitbestimmung) ist ein Grundprinzip der Menschenrechte. Für Kinder stellt es erste Erfahrungen mit der Demokratie dar. In Kinderkonferenzen mitbestimmen zu können, was sie sich selber erarbeiten wollen, macht sie zu vollwertigen Partnern in einem Entscheidungsprozess. So lernen sie, einen Konsens zu finden oder sie entwickeln Strategien, gerade für ihre Idee zu argumentieren. Sie lernen ihre Rechte kennen und erfahren durch aktives Zuhören die Ansichten von anderen. Durch Meinungsbildung und Meinungsäußerung verbessern sie ihre Kommunikation, ihr kritisches Denken, ihre Organisations- und Lebenskompetenzen. Sie machen die Erfahrung, dass sie wirklich etwas verändern können.
Grundsätze zur Förderung der Partizipation von Kindern
„UNICEF, die Weltorganisation für die Rechte und das Wohlergehen von Kindern, hat Grundsätze für eine sinnvolle Partizipation von Kindern formuliert. Diese Richtlinien eignen sich für jede Art von Partizipation:
Die Kinder müssen verstehen, worum es bei dem Projekt oder Verfahren geht, wozu es dient und welche Rolle sie darin spielen.
Machtverhältnisse und Entscheidungsstrukturen müssen transparent sein.
Die Kinder sollten so früh wie möglich in alle Initiativen einbezogen werden.
Alle Kinder sollten, ungeachtet ihres Alters, ihrer Situation, ihrer ethnischen Zugehörigkeit, ihrer Fähigkeiten oder anderer Faktoren, mit demselben Respekt behandelt werden.
Grundregeln sollten zu Beginn mit allen Kindern zusammen aufgestellt werden.
Partizipation sollte freiwillig sein und die Kinder sollten in jeder Phase aussteigen dürfen.
Kinder haben Anspruch darauf, dass ihre Meinungen und ihre Erfahrung respektiert werden."
(Compasito, Handbuch zur Menschenrechtsbildung mit Kindern, Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn, November 2009, Seite 295)
Wir leben diese Form der Mitbestimmung durch Beteiligung im Morgenkreis und dem Kinderrat. Gesprächssteine, visualisierte Abstim-mungen ermöglichen allen Kindern sich einzubringen und für ihre Meinung einzustehen. Während einer Projektarbeit oder für die Planung wird z.B. eine Mind Map erstellt. Die Ideen der Kinder werden aufgeschrieben und wie auf einer Landkarte angeordnet. Es entstehen Verknüpfungen, die für die Kinder sichtbar werden. Auf diese Weise können sie mitverfolgen, ob ihre Beiträge in der pädagogischen Arbeit auch umgesetzt werden. So gestaltet sich ein Projekt  Schritt für Schritt, je nachdem wo die Kinder ihre Interessen haben.

Auch bei der Auswahl des Mittagessens können die Kinder unter Gewährung einiger Regeln mitbestimmen. Anhand von Bildkarten, wählen sie aus angebotenen Gerichten das Mittagessen für die nächste Woche aus. Dabei werden die Grundsätze des Forschungsinstitutes für Kinderernährung aus Dortmund berücksichtig. Diese sind den Kindern als Ernährungspyramide bekannt.
Für uns bedeutet Partizipation Kinder in Veränderungsprozesse mit einzubeziehen und gemeinsam konkrete Situationen zu gestalten.